Uta-Maria Heim, Toskanische Beichte

Regionalkrimis sind so eine Sache. Meistens stolpert Kommissar Schmidtle, oder so ähnlich, durch die mehr oder weniger bekannten Örtlichkeiten, die abgehakt, bzw. erwähnt werden müssen. Der Plot ist meist konstruiert und unspannend, das Ende oft unlogisch. Zusammen gehalten wird dann das ganze von schludrigem Aufbau und schlechten Dialogen. 

Das komplette Gegenteil bietet Uta-Maria Heim in ihrer neuesten Krimi.

Wie in allen ihren Werken, ist auch 'Toskanische Beichte' sprachlich hervorragend. Durch Zufall gerät ein katholischer Geistlicher in einen Kriminal- und Spionagefall, muss in die Toskana reisen, um eine ihm anvertraute Aufgabe zu lösen. Begleitet wird er von seiner nicht ganz 'normalen' Familie, die ihm, bei der Aufklärung des mysteriösen Falles, mehr oder weniger behilflich sind. Die einzelnen Figuren sind gut gezeichnet, niemand wirkt übertrieben dargestellt, jede Person könnte es, genauso im wirklichen Leben geben. Das ist aussergewöhnlich.

Es gibt auch Tote, Verwicklungen und falsche Fährten. Wie immer fehlen auch nicht, die Anspielungen auf politische und zeitaktuelle Themen. 

Uta-Maria Heim gelingt es Witz und Spannung in gutem Gleichgewicht zu halten, ohne einen Slapstick-Krimi zu fabrizieren, wie man ihn aus dem Allgäu oder Bayerischen Wald kennt. Ich hoffe auf mehr Kriminalfälle mit diesem Ermittler. Unbedingt lesen!