Paul Theroux, Ein letztes Mal in Afrika

 Paul Theroux begibt sich ein letztes Mal auf eine Reise durch Afrika. Dort hat er vor vielen Jahren gelebt und gearbeitet. Seine Reise startet in Südafrika, führt ihn durch Namibia, Angola bis nach Timbuktu. Er besucht Slums, Townships, Wüsteneien ohne Wasser, fährt mit schrottreifen Bussen, obskuren Taxifahrern, spricht mit hilfsbereiten Eingeborenen, staunt über Nachfahren von Urzeit-Bewohnern, schlägt sich mit korrupten Beamten und Politikern herum, wird bestohlen, gerät in lebensgefährliche Situationen. Nur wenige Menschen begeben sich freiwillig auf solche höllischen Reisen. 

Theroux, mittlerweile in den Siebzigern, ein erfahrener Reisender, ist leidenschaftlich mit dem Kontinent verbunden.

Seine Beschreibungen klingen oft resignierend und hoffnungslos, wenn er die aktuellen wirtschaftlichen und sozialen Zustände der einzelnen Länder beschreibt. Da ist es wenig verwunderlich, warum viele Afrikaner versuchen dem Elend dort zu entfliehen.

Nur punktuell gelingt es NGOs oder anderen Hilfsorganisationen annähernd Normalität zu erzeugen.

Sein Verdienst ist es das Leid der Menschen von Afrika wieder ins Bewusstsein westlicher Leser zu rücken. Er deckt auf, nennt Namen von Firmen und Ländern die den Kontinent ausbeuten oder Persönlichkeiten, die sich die Armut der Menschen zu Nutze machen, um ihre Popularität zu steigern. 

Nebenbei liefert er Hintergrundinformationen und geschichtliche Exkurse, die Lust auf weitere Recherchen zum Thema 'Afrika' machen. Ich hoffe es ist doch nicht seine letzte Reiseerzählung.

 

 

ISBN 9783444405262

€ 26,00

 

Weiterlesen: Der alte Patagonien-Express, Tief im Süden

beide von Paul Theroux bei Hoffmann und Campe erschienen.