Fatma Aydemir, Ellbogen

Feridon Zaimoglu sagt über dieses Buch, dass es ' wahr ' sei. 

Das ist auch für mich die Hauptcharakteristik des Buches von Fatma Aydemir.

 

Sie erzählt darin die Geschichte einer jungen türkischen Frau in Deutschland. Zuhause unterdrückt, lebt sie und ihre Freundinnen, außerhalb, ein exzessives Leben mit Alkohol, Drogen und Partys.

Gewalt ist das einzige Mittel sich Gehör und Ansehen zu verschaffen. Sie träumt von ihrem Traumprinz, fürchtet gleichzeitig die Zwangsverheiratung in der türkischen Heimat. 

 

Ein Unglück geschieht, sie flieht nach Istanbul,  wo sie in die Wirren des Umsturzversuches, durch das Militär gerät. 

Aydemir schreibt über einen Teil der Gesellschaft, der völlig abseits und vergessen scheint. Fehlende Bildung, mittelalterliche Traditionen - es bleibt ein Leben ohne Perspektive. Das ist, für mich, das Wahre an der Geschichte, Aydemir deckt es auf. Sie erzählt, als wäre alles vorgezeichnet,  eine zu erwartende Katastrophe. Sie verurteilt nicht, beschreibt, weiß keine Lösung. Das Lesen erfordert Kraft. Es bietet Anstöße um auf Fremde zuzugehen, denn türkische

Ausländer sind nach wie vor Fremde in Deutschland und daran ist der deutsche Teil der Gesellschaft mit schuldig. 

Ein sehr wichtiges Buch, das einen weiterhin beschäftigen wird.

Mein Tipp für den Deutschen Buchpreis 2017.